Lagebeobachtung Ukraine – Ostern

Ukraine_MoD_Truppe

Nach der Einigung von Russland, Ukraine, USA und EU am (gestrigen) Donnerstag in Genf bleibt jetzt die gespannte Erwartung, wie sich die Vereinbarung zur Lage in der Ukraine selbst auf die konkrete Sitution vor allem im Osten auswirkt. Allerdings haben am Karfreitag bereits bewaffnete pro-russische Gruppierungen erklärt, dass sie sich an die Übereinkunft nicht gebunden fühlen:

Armed pro-Russian separatists in eastern Ukraine said on Friday they were not bound by an international deal ordering them to disarm and were looking for more assurances about their security before leaving the public buildings they are holding. weiterlesen

Angriff mit den kleinsten Booten der Marine

Amerikanischen Minentauchern beim Kajakschiessen

Auch kleine, muskelbetriebene Boote taugen als Angriffsmittel: Bei einer Übung der Minentaucher vor dem Übungsplatz Putlos in der Ostsee vor Schleswig-Holstein trainierten US-Soldaten das Schießen vom Kajak aus, mit den (deutschen) Waffen G36 und MG5 auf Ziele an Land. Wer wie ich als (ziviler) Kajakfahrer schon mal versucht hat, mit einem Teleobjektiv vom Boot aus zu fotografieren, ahnt, wie schwierig das ist…

Die ganze Bilderserie der Übung INVITEX, aufgenommen am 10. April, gibt es bei marine.de.

Die gezeigten Kajaks sind Faltboote der deutschen Firma Klepper (unklar bleibt, ob die zur Ausrüstung der US-Minentaucher gehören oder aus Bundeswehrbeständen sind). Die Ausführung für die Spezialkräfte wird nicht nur mit einem Verdeck in Dunkeloliv (statt rot oder blau) geliefert, sondern auch mit einem Gestänge mit Tastmarkierungen – damit man die Faltboote auch im Dunkeln aufbauen kann.

(Foto: Bundeswehr/Björn Wilke)

Das geht ab: WDR 2 zu Rüstungsexporten

Deutsche Rüstungsexporte sind ein heftig und meist auch recht emotional diskutiertes Thema – deshalb bin ich sehr gespannt, was am (heutigen) Donnerstagabend bei der Anrufsendung Arena des Westdeutschen Rundfunks (auf WDR2) zum Thema Deutsche Waffen in alle Welt? abgeht. Ich werde dann im Studio sitzen und mal darauf warten, womit die Anrufer kommen. Ich vermute: es wird recht kontrovers.

Nachtrag: Den Podcast der Sendung gibt’s

 
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(Foto: Leopard-Kampfpanzer bei der Informationslehrübung 2013 – Bundeswehr / Sebastian Wilke via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Lagebeobachtung 17. April: Ukraine, Moskau, Genf

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Die Ereignisse rund um die Ukraine-Krise sind am (heutigen) Gründonnerstag etwas unübersichtlich – und ich werde gar nicht erst versuchen können, alles im Blick zu behalten (vielleicht klappt es halbwegs mit Hilfe der Leser/innen). Es gibt drei zeitgleiche Stränge: In der Ukraine selbst drohen neue Auseinandersetzungen, in der vergangenen Nacht gab es offensichtlich Tote; in Moskau stellt sich Russlands Präsident Wladimir Putin einer publikumswirksamen öffentlichen Fernsehbefragung (siehe Screenshot oben), und in Genf haben Gespräche der Außenminister Russlands, der USA und der Ukraine zusammen mit der EU-Außenbeauftragten begonnen.

Die Ausgangslage von heute morgen schildert recht übersichtlich, so weit das überhaupt möglich ist, die Zusammenfassung der BBC.

Zur Call-in-Sendung mit Putin gibt es natürlich mehrere Liveblogs (zum Beispiel bei Radio Free Europe), und die bisherigen Aussagen des Präsidenten überraschen wenig. Aus meiner Sicht auch nicht die – jetzt prominent gemeldete – Aussage, es seien russische Soldaten auf der Krim anwesend gewesen – die waren doch dort stationiert (dass sie dann was Anderes gemacht haben als die russische Basis zu schützen, ist eine andere Frage). weiterlesen

Geschichten aus Afghanistan

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Die Zahl deutscher Journalistinnen und Journalisten, die ständig in Afghanistan leben und von dort berichten, ist, nun, extrem überschaubar (insbesondere verglichen mit der Zahl der Reporter aus den USA und Großbritannien). Deshalb ist es um so bedauerlicher, dass Ronja von Wurmb-Seibel, eine frühere Zeit-Redakteurin, in diesem Blatt zwar bis vor kurzem schrieb – aber: Meine Kolumne aus Kabul erschien sechs Monate lang wöchentlich in der ZEIT. Nach dem Tod von drei Journalisten in Afghanistan wurde sie eingestellt, teilt die Autorin lapidar auf ihrer Webseite mit.

Das hindert Wurmb-Seibel aber nicht daran, ihre Geschichten mit dem scharfen Blick auf den afghanischen Alltag weiter zu erzählen. Auf eigene Rechnung, auf ihrer eigenen Plattform. Und mit dem Wunsch, dass den Lesern diese Geschichten auch etwas Wert sind – denn einen zahlenden Kunden für ihre regelmäßige Kolumne hat sie nicht mehr:

Ich lebe in Kabul und möchte die Geschichten weiterhin schreiben. Ab jetzt finden Sie hier jede Woche, freitags, eine neue Ausgabe meiner Kolumne – für je einen Euro. weiterlesen

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