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wachregiment "Friedrich Engels" - Bilder und mehr

 

 

 

 
 
Innendienst

Ich habe lange überlegt, ob und was ich hier reinschreibe. Schlussendlich bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass irgendwelche Beschreibungen denen, die nicht dabei waren, nichts bringen und von den ehemaligen Angehörigen dieses Regiments ohnehin jeder seine eigene Sicht auf den Alltag während der Dienstzeit hat.

Im Folgenden eine Anzahl von Begriffen, die sich mit dem Leben der Soldaten innerhalb und außerhalb des Wachdienstes verbinden:

Frühsport - Panzerkettenglied - Uffz - Rot/Gelb - Päckchen - Keulen - P3 - Spind - Unterwäschetausch - OvD - Flur - Duschtag - Sendermarkierung - Doppelstockbett - Teil1und 2 - Besenspind - Verdunkelung - die Frau im Haus gegenüber - UvD - Waffenreinigen - Ab- und Aufmumpeln - Waffenelch - Abmatten - Stubendurchgang - Stiefelbeschläge - Kragenbinde - Stabreinigen - KdP - Resi - MHO - Ausgangsschein - MedPunkt - Guvdi - 24 Uhr - Ausgang - Clärchens Ballhaus - Letscho (Letschen) - Petschaft - Urlaubsappell - Winterbefehl - Bärenvotze - Koppel - Alkohol (?) - Bandmaßbehälter - Laubsäge - Hackepetertag - Fernsehraum/Clubraum - Gefechtsalarm - LMG-Schütze - OKO - Platzpatronen - Waffe Sicherheit - Postausgabe - Spieß - Besuchszimmer - Übungskarabiner - Wertfach - Der Trichter - Metropoltheater - Heimfahrt - VKU - Kontrolle - W50 - Sport und Freizeitzentrum - Saalbau Friedrichshain - Felix - S-Bahn - Oma - KC - "Genosse Soldat, Kommse mal zurück!" - Ex kloppen - Sturmbahn - Schnuffi - Gaskammer - Doppelkopf - Wuhlheide - Feuer frei - Fernsehturm - Komplektetag - Küchenschmanti - Vergatterung - Dienstausgabe - Haarschnitt - Putz-und Flickstunde - 76036 - Das Regiment nebenan - Plänterwald - Bau - Vollschutz - Buchladen - Weihnachten - Urlaubssperre - Fernschach

...wird ergänzt (Vorschläge sind willkommmen)

Frühsport
immer wieder gern gemacht. Sofort nach dem Wecken um sechs Uhr (außer Sonntag) ging es auf den Kasernenhof um seinen Körper zu stählen. Wenn bei Minusgraden noch der Sommerbehl galt, kam man mit rot-gelb ganz schon ins zittern.

Panzerkettenglied
beim Frühsport und bei der Ausbildung in der Wuhlheide benutzter Hantelersatz. Das Ding war so etwa 5kg schwer.

 

Uffz
Abk. für Unteroffizier, meist als Gruppenführer direkter Vorgesetzter der Soldaten.

 

rot-gelb
Sommersportbekleidung - gelbes Turnhemd und rote Turhose. Beliebt auch als Freizeitbekleidung.

 

Päckchen
auch Päckchen bauen - das Zusammenlegen der Unterwäsche in Quadratform, damit es auf den Hocker passt, darauf kam dann das zusammengerollte Koppel

Keulen
Das Blankbohnern des Fußbodens mit der Bohnerkeule

 

P3
Scheuermittel für alle möglichen Zwecke, auch benutzt für Spiele wie "Schneegestöber"

 

Spind
Schrank des Soldaten, es gab eine vorgeschriebene Ordnung hier ein Beispiel

 

Unterwäschetausch
Turnusgemäß wurde die Unterwäsche zum Waschen abgegeben, sie musste mit Ausziehtusche mit dem eigenem Namen markiert werden. Deswegen war die Unterwäsche mehr schwarz als weiß. Der fromme Wunsch, beim Umtausch die eigene Wäsche wiederzubekommen ist nie Wirklichkeit geworden.

OvD
Offizier vom Dienst - meistens gefürchtet, konnte er uns doch bei illegalem Alkoholgenuss erwischen

 

Flur
sehr lang, sehr beliebt als Strafarbeit war das Flurreinigen mit P3

 

Duschtag
in der Kompanie hatten wir selten warmes Duschwasser, deswegen gab es das Kompanieduschen im Keller der Reservistenkompanie. Aber auch da musste man sich beeilen, um noch heißes Wasser abzubekommen, im ersten Diensthalbjahr fast unmöglich

 

Sendermarkierung
Bei Radios, die den Soldaten gehörten, kam auf die Senderskala auf jede Frequenz, die gehört werden durfte (ausschließlich DDR-Sender) eine Markierung mit Heftpflaster. Nur dort dufte sich der rote Balken des Tuners befinden.

Doppelstockbett
das Ruhelager des Soldaten, oben oder unten - es gab verschiedene Meinungen. Ich war am Fenster oben gut aufgehoben.

 

Teil 1und Teil 2
die wichtigsten Utensilien für den Kampfeinsatz (?) waren in diesen Tournistern versteckt. Gelagert auf dem Spind, mussten Sie immer griffbereit und tadellos gepackt sein.

 

Besenspind
Aufbewahrungsort der Reinigungsutensilien wie Besen, Letscho oder Keule. Manchmal wurden auch Soldaten durch ihre Kameraden dort eingesperrt. Nach einem geträllerten Lied kamen sie aber wieder frei

 

Verdunkelung
Bei Gefechtsalarm musste zuerst das Zimmer verdunkelt werden. Dafür waren die sogenannten Gardinen an der Außenseite geschwärzt.

 

die Frau im Haus gegenüber
Im Haus gegenüber in der Geschwister-Scholl-Str. hat während meiner Dienstzeit eine Frau regelmäßig ihren Frühstückskaffee oben ohne gemacht. das war natürlich immer ein Highlight für uns.

UvD
Der Unteroffizier vom Dienst, gibts wahrscheinlich auch heute noch

 

Waffenreinigen
Äußerst beliebte Beschäftigung. Der erfahrene Soldat hat sein Platzpatronen den Leuten geschenkt die wild aufs Schießen waren. Dann war das Waffenreinigen mehr ein Vergnügen. Vor allem dann, wenn reihenweise Verschlussabdeckungen auf den Flurboden knallten.

 

Ab- und Aufmumpeln
Vor jeder Wache mussten beide Magazine mit scharfer Munition gefüllt, bzw. danach geleert werden. Wenn es schnell gehen solte, hat man schon mal das zweite Magazin zu Hilfe genommen.

 

Waffenelch
Der sog. Waffenelch war der verantwortliche für die Waffenkammer, er kontrollierte Waffenempfang und -rückgabe.

 

Abmatten
Jede Art von horizontaler Ruhe für den Soldaten, das konnte im Schützenloch unter Vollschutz genauso gut funktionieren wie im Bett.

 

Stubendurchgang
beim Stubendurchgang wurde die Sauberkeit und Ordung in der Soldatenstube und in den Spinden kontrolliert. Wurde meist durch den UvD, gelegentlich auch schon mal vom OvD durchgeführt. Das wichtigste Ziel dabei war, den versteckten Alkohol zu finden.

Stiefelbeschläge
Die Metallbeschläge wurden an die Sohle der Auftritts- und Exerzierstiefel genagelt (Spitze und Hacken). das sollte die schnelle Abnutzung der Stiefel verhindern, außerdem gab es einen guten Klang beim Marschieren.

 

Kragenbinde
Das Teil wurde in den Kragen der Dienstuniform geknöpft. Man konnte an diesen Dingern gut erkennen, ob sich der Soldat den Hals gewaschen hat. Man hat Stunden im Waschraum zugebracht, um sie wieder sauber zu schrubben. Nachschub gabs im MHO. (Bild)

 

Stabreinigen
Das Stabreinigungskommando wurde jeden Abend aus einer anderen Kompanie gebildet und marschierte dann zum Regimentsstab und reinigte die Räume

 

Kdp
-Kontrolldurchlassposten- ist an jedem Eingang zu militärischen Objekten in Aktion, kontrolliert Einlassberechtigungen, Ausweise usw. Bedient auch Schrankenbäume und Türöffner

 

Resi
Der Reservist, stand im Ansehen bei den Soldaten noch über den EK's. Die Reservisten-Kompanie des Regiments wurde ausschließlich für Wachaufgaben eingesetzt.

MHO
Die Militärische Handelsorganisation war der Konsum für die Soldaten. Zigaretten und Getränke (alkoholfrei) waren die wichtigsten Waren. Aber auch abblendbare Taschenlampen und anderes Gerät war im Angebot.

 

Ausgangsschein
Der wichtigste Ausweis des Soldaten. Man bekam ihn erst nach dem Ausgangsappell ausgehändigt und er musste sofort nach Eintreffen in der Kaserne beim UvD abgegeben werden.

 

MedPunkt
Die Krankenstation der Kaserne, dort wurden die medizinischen Untersuchungen durchgeführt, auch ein paar Betten für den stationären Aufenthalt gab es.

 

Guvdi
Der Gehilfe des Unteroffiziers vom Dienst - also sein Laufbursche.

 

24 Uhr
Die "magische Zeit" - um diese Uhrzeit musste man üblicherweise vom Ausgang wieder zurück in der Kaserne sein

Ausgang
Auf den Ausgang hat man immer gewartet, endlich wieder etwas Abwechslung. Am Wochenende gab es Ausgang von 10.00 bis 24.00 Uhr, unter der Woche von 16.00 (?) bis 24.00 Uhr.

 

Clärchens Ballhaus (ext. Link)
Besonders zum Ende meiner Dienstzeit das mit Abstand beliebteste "Tanzlokal" für uns. Dort waren wir willkommen, es kamen keine Grenzer hinein und die Stimmung war toll.

 

Letscho
Letscho war das rote Bohnerwachs, welches wir tonnenweise auf den Böden der Unterkünfte beim Revierreinigen verteilt haben. Das Verschmieren des Wachses auf nannte sich dann "letschen"

 

Petschaft
Ein Stempel, der geeignet ist, ein Siegel in eine weiche Masse zudrücken. Damit wurden Verschlusssachen, Waffenkammern o.Ä. versiegelt

Urlaubsappell
Bei diesem Appell wurde wie beim Asgangsappell die Sauberkeit und Ordnung des Soldaten kontrolliert. Es konnte durchaus passieren, dass man (zB) bei zu langem Haarschnitt erstmal noch zum Friseur musste.

 

Winterbefehl
Der Winterbefehl wurde zentral ausgegeben. Ab diesem Termin war das Tragen der Winteruniformen Pflicht. Das Wetter und die Temperaturen spielten dabei keine Rolle.

 

Bärenvotze (Bävo)
Umgangssprachlich für die Wintermütze, wurde zur Felddienst- und Ausgangsuniform getragen.

 

Koppel
Von den Dingern hatten wir einige: das schwarze zur Ausgangsuniform; das braune zur Dienst/Wachuniform; das graue zur Felddienstuniform und das weiße zur Paradeuniform.

 

Alkohol
War in der Kaserne verboten

 

Bandmaßbehälter
Wie schon der Name sagt, der Behälter für das Bandmaß, mit dem die letzten 150 Tage Wehrdienst abgezählt wurden. Ein Muss für jeden Grundwehrdiesntleistenden. Jeder baute seins selbst oder es wurde von EK's vererbt. Meist aus Sperrholz oder Metall, es gab die unterschiedlichsten Formen.

 

Laubsäge
Das reinste Folterinstrument. Wollte man mal eine halbe Stunde abmatten, hatte garantiert jemand Langeweile und fing an Lampen, Krüge oder ähnliche wichtige Sachen herzustellen. Eng verbunden damit war das Zerschlagen von buntem Glas auf dem Kompanieflur mit dem Stahlhelm.

 

Hackepetertag
Je nach Appetit brachte jemand ein paar Kilo Hackepeter in die Kaserne. Das wurde dann von der Gruppe verspeist, bis das Zeug aus den Ohren rauskam. Besser als Komplektetag!!

 

Fernseh-/Clubraum
In diesem Raum verbrachten wir einen Teil der Freizeit - Fernsehen, Schach, Kartenspiele, Kaffe trinken war dort angesagt. Auch Polit-Unterricht fand dort statt.

 

Gefechtsalarm
Ein Wort, welches nie leise ausgesprochen wurde, immer mit Gebrüll. G. war immer nachts, am Tage griff der Feind nie an. Bei jedem G. war totales Chaos auf dem Flur, die LMG-Schützen fluchten, weil die runden Magazine runterfielen, die Vorgesetzten brüllten, weil alles nicht schnell genug ging. Na eben ein Heidenspaß.

 

LMG-Schütze
Einer aus jeder Gruppe war Schütze des Leichten Maschinen Gewehrs. Der arme Kerl hatte immer am meisten zu schleppen.

 

OKO
OrtsKampfObjekt - Ein paar Häuser im Rohbau, bei und in denen wir den Häuserkampf übten. Fünf Mann in einem kleinen Raum und dann die Magazine mit den Platzpatronene durchgezogen - das hatte schon was.

 

Platzpatronen
Übungsmunition, am Anfang des Wehrdienstes hat man gern damit rumgeballert, es hat so schön Krach gemacht. Als EK wurden die P. doch sehr sparsam benutzt. Grund waren die Erfahrungen, die man beim Waffenreinigen gemacht hat.

 

"Waffe Sicherheit"
Nach Beendigung eines Wachaufzuges musste die Waffe entladen werden. Dazu kam vom Aufführenden dieses Kommando. Es kam aber durchaus vor, dass beim Entladen Fehler gemacht und dabei scharfe Schüsse abgegeben wurden.

 

Postausgabe
Werktags wurde die Post (Briefe und Päckchen) an die Soldaten ausgegeben. Zeitweise musste dazu im Flur angetreten werden. Der Inhalt der Päckchen, falls es Nahrungsmittel waren, wurde geteilt.

 

Spieß
Wohl auch heute noch die "Mutter der Kompanie". War für den gesamten Innendienst der Kompanie zuständig. Konfiszierten Alkohol z.B. konnte man im Spießzimmer finden.

 

Besuchszimmer
Ein Raum im Eingangsbereich der Kaserne. Dort konnte man Angehörige empfangen, die uns besuchten.

 

Übungskarabiner
Jeder Soldat hatte einen Auftritts- und einen Übungskarabiner. Der Ü. war baugleich, aber etwas abgegriffener und nicht so gepflegt wie der andere. Den Ü. benutzten wir bei jeder Übung für die Präsentationsauftritte.

 

Wertfach
Ein kleines Fach im Soldatenspin, welches man abschließen konnte. Dort bewahrte man Geld, Uhren oder was eben sonst so wertvoll war auf. Bei Spindkontrollen musste aber auch dieses Fach geöffnet und vorgezeigt werden.

 

Der Trichter
Urige Kneipe am Schiffbauerdamm. War sehr gemütlich. Firmiert heute unter dem Namen "Das Brechts".

 

Metropoltheater
Theater in der Nähe Bahnhof Friedrichstraße. Ab und zu wurden der Kompanie ein paar Freikarten zur Verfügung gestellt. Freiwillige konnten dann die Vorstellung besuchen. Habe ich auch ein paar Mal genutzt.

 

Heimfahrt

 

VKU
VKU war die Abkürzung für verlängerter Kurzurlaub, war immer von Samstag - Dienstag früh 6.00 Uhr

Sehr beliebt ...

 

 

 

 

 
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